Ein Tierarzt impft einen Welpen, während der Besitzer ihn beruhigt festhält.

Welche Impfungen Braucht Dein Hund Wirklich, und Wann?

Ein Welpe braucht mehrere Runden Impfungen, bevor er wirklich geschützt ist, und die Abstände zwischen den Dosen zählen genauso wie die Dosen selbst. Verpasst du ein Zeitfenster, muss die Reihe manchmal neu beginnen. Hier ist der echte Plan: was jede Impfung abdeckt, wann danach Auffrischungen fällig sind, und welche zusätzlichen Impfungen wirklich vom Leben deines Hundes abhängen.

Was braucht ein Welpe wirklich, und in welchem Alter?

Welpen bekommen ihre ersten Impfungen mit etwa 6 bis 8 Wochen. Danach folgt alle 3 bis 4 Wochen eine Auffrischung, bis sie etwa 16 Wochen alt sind. Meist reichen drei bis vier Runden insgesamt. Jede Runde deckt dieselben Grundkrankheiten ab — Staupe, Hepatitis und Parvovirose, oft in einer kombinierten Spritze — und das Wiederholen ist nicht überflüssig. Die Mutter gibt eine vorübergehende Immunität weiter, die unvorhersehbar nachlässt. Die wiederholten Dosen sollen den Welpen erreichen, dessen Schutz am frühesten nachlässt.

  • Runde 1, etwa 6–8 Wochen: Die erste kombinierte Spritze gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose.
  • Runde 2, etwa 10–12 Wochen: Dieselbe Kombination, wiederholt.
  • Runde 3, etwa 14–16 Wochen: Die letzte Grundrunde. Auch die Tollwutimpfung erfolgt oft in diesem Alter, der genaue Zeitpunkt hängt aber davon ab, wo du lebst.

Empfiehlt dein Tierarzt eine vierte Runde nach 16 Wochen, ist das keine übertriebene Vorsicht. Bei manchen Welpen hält die mütterliche Immunität länger als üblich und blockiert die Impfung bis später.

Was passiert nach der Welpenreihe?

Jede Grundimpfung bekommt mit etwa einem Jahr eine Auffrischung, egal wie viele Dosen als Welpe schon gegeben wurden. Nach dieser ersten Auffrischung als Erwachsener wechseln die meisten Grundimpfungen zu einem längeren Abstand — oft alle drei Jahre. Dein Tierarzt kann die Tollwutimpfung aber anders takten, je nach örtlichem Recht und verwendetem Produkt.

Genau hier verlieren die meisten Halter den Überblick. Drei Jahre sind lang genug, es einfach vergessen. Bis eine Erinnerung der Klinik mit der Post kommt, ist der Termin schon überfällig. (Genau diese Lücke schließt eine Erinnerung auf dem Handy. Einmal eingestellt für eine Impfung, die alle drei Jahre wiederkehrt, hängt sie weder von deiner Erinnerung ab noch davon, ob die Klinik noch deine aktuelle Adresse hat.)

Welche zusätzlichen Impfungen braucht dein Hund wirklich?

Grundimpfungen schützen vor Krankheiten, die ernst genug sind, dass jeder Hund sie braucht. Alles andere hängt davon ab, wie dein Hund wirklich lebt — wo du bist, und wem er ausgesetzt ist.

Zwingerhusten

Sinnvoll, wenn dein Hund in eine Hundepension geht, in eine Tagesstätte, zum Hundefriseur, oder Zeit auf Hundewiesen verbringt — überall dort, wo Hunde einander nah kommen. Meist alle sechs bis zwölf Monate nötig statt einmal im Jahr, da der Schutz kürzer hält als bei den Grundimpfungen.

Leptospirose

Wert eines Gesprächs, wenn dein Hund aus Pfützen, Bächen oder anderem stehendem Wasser trinkt, oder in einer Gegend mit viel Wildtieren lebt — die Bakterien verbreiten sich über infizierten Urin, im Wasser und im Boden. Diese Impfung wird in den letzten Jahren immer häufiger empfohlen, auch für Hunde, die nicht dem klassischen Außenhund-Profil entsprechen.

Borreliose

Relevant, wenn du in einer Gegend mit echtem Zeckenaufkommen lebst, besonders in Wald- oder Wiesengebieten. Nicht jede Region hat ein nennenswertes Borreliose-Risiko, deshalb lieber den Tierarzt fragen, statt es anzunehmen.

Hundegrippe

Vor allem relevant für Hunde in Umgebungen mit viel Kontakt — Pension, Ausstellungen, Gruppentraining — aus ähnlichen Gründen wie beim Zwingerhusten. Die meisten Hunde, die meist zu Hause bleiben, brauchen sie nicht.

Was tun, wenn du die Impfhistorie deines Hundes nicht kennst?

Ein Hund aus dem Tierschutz ohne bekannte Vergangenheit ist häufig genug, dass Tierärzte einen Standardansatz haben: im Zweifel den Hund als ungeimpft behandeln und die Grundreihe von vorne beginnen. Das ist keine verschwendete Mühe. Eine zusätzliche Grundimpfung verursacht kaum mehr als leichte Empfindlichkeit, während eine echte Lücke im Schutz gefährlich sein kann.

Wenn du eine fehlende Akte umfassender rekonstruierst — nicht nur die Impfungen, sondern das ganze medizinische Bild — hier ist eine ausführliche Anleitung, wie du eine fehlende Krankengeschichte rekonstruierst. Sobald du einen Ausgangspunkt hast, auch nur geschätzt, ist es der leichtere Teil, die Akte von dort aus weiterzuführen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle tierärztliche Beratung. Wenn du dir um die Gesundheit deines Tieres Sorgen machst, wende dich an deinen Tierarzt. Rufe im Notfall sofort die nächste Klinik an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Welpen selbst impfen, um Geld zu sparen?

Manche Grundimpfungen werden an manchen Orten rezeptfrei verkauft, aber Fehler beim Timing und falsche Lagerung sind häufige Probleme bei selbst verabreichten Dosen. Der Tierarztbesuch entdeckt auch anderes, was eine reine Spritze nicht bemerken würde — frühe Parasiten, Wachstumsprobleme, ein Herzgeräusch. Gerade bei der Welpenreihe bringt der Besuch deutlich mehr als nur die Impfung.

Was, wenn ich einen Auffrischungstermin um ein paar Wochen verpasse?

Bei einem erwachsenen Hund sind ein paar Wochen Verzug selten ein Problem — vereinbare den nächsten verfügbaren Termin und mach weiter. Die Welpenreihe reagiert empfindlicher auf Timing, weil sie gegen ein sich schließendes Fenster mütterlicher Immunität läuft. Ein langer Verzug in dieser Phase kann dazu führen, dass dein Tierarzt empfiehlt, die Reihe neu zu beginnen, statt dort weiterzumachen, wo du aufgehört hast.

Brauchen reine Wohnungshunde alle Grundimpfungen?

Ja. Grundkrankheiten wie Parvovirose können über deine Schuhe, über ein anderes Tier, oder bei einem kurzen Ausflug in den Garten ankommen. Meist drinnen zu bleiben senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht, und Grundimpfungen schützen vor Krankheiten, die ernst genug sind, dass dieses Restrisiko noch zählt.

Gibt es echte Risiken oder Nebenwirkungen bei Impfungen?

Leichte Empfindlichkeit oder ein ruhiger, müder Tag danach ist üblich und unbedenklich. Ernste Reaktionen sind selten. Achte auf Gesichtsschwellungen, Nesselsucht oder Erbrechen kurz nach einer Spritze — diese Kombination braucht noch am selben Tag einen Anruf bei deinem Tierarzt, kein Abwarten.

Braucht mein Hund eine Impfung gegen jede existierende Krankheit?

Nein — genau deshalb gibt es die Unterscheidung zwischen Grund- und Zusatzimpfungen. Grundimpfungen decken Krankheiten ab, die ernst und verbreitet genug sind, dass jeder Hund sie braucht. Zusatzimpfungen kommen nur dazu, wenn der Lebensstil oder Standort deines Hundes eine echte Exposition schaffen, nie standardmäßig.

Ein Smartphone zeigt eine Impf-Erinnerung, daneben liegt eine geschlossene Mappe.

Die auf diesem Blog bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine tierärztliche Beratung dar. Wende dich bei Fragen zur Gesundheit oder zum Verhalten deines Tieres immer an eine qualifizierte Tierärztin oder einen qualifizierten Tierarzt.

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